Die 10 schönsten modernen Särge

Die Erdbestattung ist in den westlichen Kulturkreisen die traditionelle Bestattungsart, die immer noch sehr verbreitet ist. Dazu muss natürlich ein Sarg bestellt werden (in der BRD besteht Sargpflicht), der noch einmal die Wertschätzung für den verstorbenen Menschen ausdrücken soll. Waren die Särge früher aus dunklem, schwerem Holz und reich geschnitzt, so sehen moderne Särge ganz anders aus. Der Bestattungen.de-Award hat die zehn schönsten für das Jahr 2012 ausgewählt.

´Schon im Leben nützlich: Gastroph und Jünger – !weiss…über den Tod hinaus“ in München

Lene Jünger hat einen modernen und schlichten Truhensarg entworfen, der aus geöltem Lärchenfurnier gefertigt ist. Die schnörkellose Form soll eine gewisse Leichtigkeit ausdrücken, da der Tod als Schritt in eine neue Zeit angesehen werden sollte und nicht als dunkel und belastend. Da der Tod ein Bestandteil des Lebens ist, kann der Sarg schon zu Lebzeiten als Schrank benutzt werden – so wird diese Realität greifbar und verstehbar. Denn das Konzept von „weiss“ hat es sich zum Ziel gesetzt, wieder eine Verbindung zwischen Tod und Leben zu schaffen.

Leichtigkeit aus Fernost: elephant Bremen

Mit neuen Holzsorten beschäftigt sich der Designer Günter Schmitz aus dem Hause elephant. Er entwarf das Modell „Kubus Schrein“, welches aus Bambus gefertigt ist. Diese schnell nachwachsende Nutzpflanze ist im Sinne der Nachhaltigkeit sehr geeignet. Das Holz behält seine Natürlichkeit durch die Bearbeitung, auch der honiggoldene Farbton ist naturbelassen. Das Holz wird geschliffen und lackiert, dadurch erhält der Sarg ein mattes und elegantes Finish.

Farbig und abgerundet: Formart in Köln

Das Modell von Formart zeigt ein ganz neues Erscheinungsbild für einen Sarg. Das Modell ist an einer Seite abgerundet, zudem ist es in sechs kräftigen Farben erhältlich. Möglich wird diese neue Form durch ein spezielles Material. Die Platten werden aus Ahornfasern gepresst, die mit einem ökologischen Bindemittel zusammen gehalten werden. Dieses Material ist geschmeidig genug, um es in neue Formen biegen zu können. Die schlichte Form wird durch versenkbare Griffe betont, es gibt keine Metallbeschläge, und statt der Sargnägel werden unsichtbare Schrauben verwendet.

Der Sarg als Kunstobjekt: Johannes Musolf (post mortem)in Braunfels

Johannes Musolf war ein Objektkünstler, der im Jahr 2008 verstorben ist. In einer seiner Installationen aus dem Jahr 1994 in Form eines Zimmers verwendete er neben einem Tisch, einem Stuhl und einem Stehpult auch einen Sarg, der als Schlafstatt diente. Der Deckel des Sarges fungierte als Baldachin, in welchen die Abbildung einer Vulva eingepolstert ist. So diente das Zimmer als Lebensraum, aber auch als Sterbezimmer. Der Hamburger Künstler Marko Mielczarek erwarb den Sarg und reicht ihn für den Award ein.

Der Samen als Ursprung und Rückkehr: Welten Wechsel in Bokel

Manuel Hopp hat sich dem Thema Sarg mit einigen philosophischen Überlegungen genähert. Er hat das Modell „Weidenkorb“ entworfen, welches aus Korbgeflecht und Holz besteht. Die organische Form des Weidenkorbes, die an die Form einer Samenkapsel angelehnt ist, soll Leichtigkeit, aber auch Ruhe und Geborgenheit ausstrahlen. Die Samenkapsel steht für den Ursprung des Lebens, und der Tod bedeutet eigentlich nur eine Rückkehr zu diesem Ursprung.

Ganz Natur: Pludra-Frankfurt GmbH in Celle

Die Pludra-Frankfurt GmbH bietet mit ihrem Truhensarg einen ungewöhnlichen Sarg aus Naturfaser an. Der Sarg besteht aus geflochtenen Wasserhyazinthenblättern, deren Flechtstruktur sichtbar ist und dem Sarg ein natürliches und leichtes Aussehen verleiht. Die Griffe bestehen aus Holz und werden mit Kordeln am Korpus befestigt. Die schlichte Form, der Verzicht auf Elemente aus Metall und die warme Farbe wirken sehr leicht und beruhigend auf den Betrachter.

Blühender Mohn für die Einäscherung: Arcum in Regensburg

Die Firma Arcum hat einen ungewöhnlichen Sarg speziell für die Einäscherung entwickelt, der durch seine Gestaltung dem Betrachter im Gedächtnis bleiben soll. Das Material, Fibratec® genannt, besteht aus reiner Zellulose, die bei der Verbrennung bis zu 75 Prozent weniger an CO2 – Ausstoß produziert. Der weiße Deckel des Modells Flamea® Premium ist mit einer Bemalung mit roten Mohnblumen dekoriert, die für Liebe, Leidenschaft, aber auch für Vergänglichkeit stehen.

Für Auge und Nase: Heidi Bogner in Traben-Trarbach

Man kann bei der Gestaltung eines Sarges mehr Sinne einbeziehen als nur das Auge. Das möchte die Diplom-Designerin und Malerin Heidi Bogner mit ihrem Entwurf zeigen. Der weiße Sarg ist mit zarten Pfingstrosen bemalt, die für Harmonie und Trost stehen, die ungerade Anzahl der Blüten schafft die notwendige Spannung. Auf diese Bemalung, die das Auge anspricht und tröstet, ist eine Beduftung abgestimmt. Der Sarg kann innen und außen mit einem Pfingstrosenduft versehen werden, der die sinnliche Qualität der Betrachtung stark erhöht.

Ganz individuell: Veredelt in Eschborn

Selbst wenn man einen ganz normalen Standardsarg nimmt, muss man auf Individualität nicht verzichten. Dabei hilft Ingeborg Schott, die in ihrer Hofwerkstatt schlichte Särge veredelt. Sie benutzt dazu farbiges Papier, mit welchem der Sarg beklebt wird, zusätzlich kann eine Bemalung erfolgen. So entstehen Modelle wie der „Orchideensarg“, der mit goldener Farbe und verschiedenfarbigen Blüten verziert ist. Die Verzierung erfolgt in Absprache mit der Familie und geht so auf die Besonderheiten des verstorbenen Menschen ein. Zudem wird in dem Sarg ein passendes Abschiedsgedicht als letzter Gruß bei gelegt.

Organische Geborgenheit: Uono in Oberhaching

Einen sehr modernen Sarg hat Dr. Andreas Spiegel für Uono entworfen. Das Modell „Cocoon“ hat eine völlig abgerundete ovale Form, ist in 14 kräftigen Farben erhältlich und sieht sehr futuristisch aus. Die runde Form erinnert aber stark an ein organisches Element, daher strahlt sie Geborgenheit aus, sie soll zudem Zuversicht und Hoffnung vermitteln. Der Sarg wird aus schnell nachwachsenden Naturfasern sowie Naturharz gefertigt und wiegt nur knapp 20 Kilogramm.

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