Alternative zur Bestattung: Die Körperspende

Manche Menschen möchten auch nach ihrem Tod etwas Nützliches für die menschliche Gemeinschaft tun. Einige entscheiden sich dafür, Organspender zu werden, aber man kann auch seinen ganzen Körper spenden und ihn der Wissenschaft zur Verfügung stellen. Denn angehende Ärzte und forschende Wissenschaftler sind immer wieder auf tote Körper angewiesen, damit sie ihre Fertigkeiten nicht am lebenden Menschen erwerben müssen. Die angehenden Ärzte erwerben dabei wichtige Kenntnisse der menschlichen Anatomie, die sich nur in der direkten Arbeit mit Körpern erfahren und aufbauen lassen. Auch werden an gespendeten Körpern zum Beispiel neue Operationstechniken getestet, ehe sie in der Praxis angewendet werden.

Vorgehensweise bei der Körperspende

Damit man seinen Körper der Wissenschaft zur Verfügung stellen kann, muss zu Lebzeiten mit einem entsprechenden Institut wie einer Universität eine Vereinbarung getroffen werden. Der Spender kann diese auch wieder rückgängig machen, allerdings können dabei eventuell Kosten anfallen. Diese Vereinbarung ist zwingend notwendig, die Angehörigen können nach dem Tod ohne diese Vereinbarung keine Körperspende verfügen. Liegt die Vereinbarung allerdings vor, kann sie von den Angehörigen nicht widerrufen werden. Man sollte seine Angehörigen über die Körperspende informieren, da diese das Institut, mit dem die Vereinbarung getroffen wurde, informieren müssen.

Voraussetzungen zur Annahme einer Körperspende

Die verschiedenen Institute stellen unterschiedliche Bedingungen an einen Körperspender, aber es gibt einige allgemeine Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen.

  • Intaktheit des Körpers
    Damit die Studienziele auch erreicht werde können, muss der Körper möglichst intakt sein. Daher kann ein Körper trotz bestehender Vereinbarung nicht angenommen werden, wenn eine schwere Körperverletzung vorliegt, der Körper obduziert wurde oder zu Zwecken der Organspende Körperteile entnommen wurden. Viele Institute lehnen auch Körper ab, wenn der Mensch durch Selbsttötung ums Leben kam.
  • Keine infektiöse Krankheit
    Aus hygienischen Gründen und gemäß dem Infektionsschutzgesetz darf kein Körper angenommen werden, der eine ansteckende Krankheit hat.
  • Alter des Körperspenders
    Etliche Institute legen Altersgrenzen fest, ab wann oder bis wann sie eine Körperspende annehmen. Oft wird ein bestimmtes Mindestalter wie zum Beispiel fünfzig Jahre fest gelegt.
  • Entfernung zur Institution
    Da die Überführung eines Leichnams Geld kostet, legen die meisten Institute Entfernungen fest, bis zu der sie bereit sind, den Körper abzuholen.
  • Kostenübernahme
    Bei vielen Instituten muss sich der Körperspender an den Kosten beteiligen, die die spätere Bestattung seiner sterblichen Überreste verursacht. Diese Kosten liegen oft im Bereich von 400 bis über 1000 Euro.

Nach der wissenschaftlichen Nutzung

Wenn der Körper zu den verschiedenen Zwecken genutzt wurde, können die sterblichen Überreste beigesetzt werden; dies kann durchaus erst nach zwei Jahren der Fall sein. Dies kann in unterschiedlicher Form geschehen. Viele Institute haben einen festen Begräbnisplatz auf einem Friedhof, an dem die Verstorbenen nach einer Kremation (diese ist zwingend, da die Körper zur Erhaltung mit chemischen Mitteln präpariert wurden) beigesetzt werden. Diesem Begräbnis kann die Familie oft nicht beiwohnen, aber viele Institute halten einmal im Jahr einen Tag der Ehrung der Körperspender oder eine Sammelbestattung mit Gedenkfeier ab, an dem die Angehörigen teilnehmen können.

Der Körperspender kann allerdings auch vereinbaren, dass seine Asche den Angehörigen verfügbar gemacht wird, damit diese sie zum Beispiel in einem Familiengrab oder einem selbst bestimmten Einzelgrab beisetzen können. Die Kosten für diese Beisetzung trägt dann die Familie.

Wurde gar nichts vereinbart, so kann es auch sein, dass gar keine Bestattung statt findet, da das Institut die verbleibenden sterblichen Überreste zum Beispiel zur Herstellung von lehrreichen anatomischen Präparaten verwendet.

Eine Körperspende ist sicher genau wie eine Organspende eine sehr altruistische Handlung, ermöglicht sie doch, dass selbst nach seinem Tod der Mensch noch einen wertvollen Beitrag für die Gemeinschaft leistet. Allerdings belastet eine Körperspende die Angehörigen in vielen Fällen in nicht unerheblichem Maße, da sie nicht mehr Abschied nehmen können und auf eine Bestattung unter Umständen Jahre warten müssen. Diese tröstlichen Rituale sind allerdings für die Trauerbewältigung durchaus wichtige Schritte. Daher sollte man diesen Schritt vielleicht am besten mit seinen Angehörigen besprechen, damit diese sich darauf einrichten können.

Das könnte Dich auch interessieren:

Trauer » Alternative zur Bestattung: Die Körperspende