Die 10 schönsten modernen Grabsteine

Auf Friedhöfen werden besonders oft historische Grabsteine und Grabmäler bewundert, die von den Sitten alter Zeiten berichten und die Bedeutsamkeit der dort bestatteten Personen unterstreichen sollten. Die heutigen Grabmäler sind da sicherlich bescheidener, aber darum nicht weniger interessant. Dies kann man an den Gewinnern des Bestattungen.de-Awards aus dem Jahr 2012 sehen, die von einem Expertengremium vergeben werden.

Verlorene Zukunft: Steinbildhauerei Timothy C. Vincent in Wetter

Die Bildhauerei hat ein anrührendes Grabmal für eine Familie geschaffen, die den Verlust eines Kindes verkraften muss. Das Grabmal mit dem Namen „Allein“ besteht aus geschichtetem Glas, welches eine Umrahmung aus Metall hat. Es zeigt eine Familie mit einem Kind, die Geborgenheit und Schutz verkörpert. Durch das Glas fallen die Lichtstrahlen, die so trotz des schweren Verlustes auch eine gewisse Heiterkeit zum Ausdruck bringen. Das Grabmal symbolisiert sehr schön den Tod der Zukunft für diese Familie, da Kinder doch als Ausdruck der Zukunft angesehen werden, und mit ihrem Tod auch ein Teil der Zukunft stirbt.

Im Tode vereint: Gerling Natursteinwerkstätten in Höhr-Grenzhausen

Viele Ehepaare wünschen sich, dass sie auch im Tode vereint sind. Diesen Wunsch konnte sich das verstorbene Ehepaar erfüllen, für die das Grabmal aus zwei Figuren von Thomas Gerling geschaffen wurde. Die beiden Figuren bestehen aus unterschiedlichen Steinsorten – Eifelsandstein und Mainsandstein -, die symbolisieren, dass auch die Ehepartner aus den verschiedenen Gegenden Eifel und Taunus stammten. Die Figuren stehen sehr nahe beieinander und sehen sich an; das Band der Liebe zwischen ihnen überdauert also auch den Tod.

Der Weg: Nikolaus Seubert in Berlin

Manchmal reißt der Tod auch junge Menschen aus dem Leben. Der Steinbildhauermeister Nikolaus Seubert schuf ein Grabmal für eine junge Frau, die plötzlich und unerwartet durch eine Krankheit gestorben war. Er schuf eine Doppelstele, die aus bearbeitetem hellem Sandstein besteht. Die rechte Stele zeigt eine Sonne aus Emaille, die linke Stele ein Tor und eine Treppe, die in den Stein eingearbeitet sind. Beide Stelen sind durch eine Brücke aus Metall miteinander verbunden. So wird der Weg symbolisiert, den jeder schon gegangen ist und noch zu gehen hat.

Die Brücke: Carl Schütt + Sohn in Hamburg

Dieses Grabmal wurde für ein Ehepaar geschaffen, bei dem der Ehemann ein Brückenbauingenieur mit Leib und Seele war. Diese Passion nahmen Carl Schütt + Sohn als Ausgangspunkt für ihren Entwurf. Das Grabmal besteht aus zwei Steinsorten – Rheinischer Basalt und Sächsischer Schiefer – und ist so konzipiert, dass die beiden Steinhälften sich aneinander schmiegen und durch einen Messingstab verbunden sind. Zieht man diesen Messingstab heraus, so kann man den Spruch „Die Liebe gibt Kraft, Brücken zu bauen“ lesen. So wird sowohl der Beruf des Ehemannes aufgegriffen als auch die Vorstellung, dass die Liebe ihre Brücke zwischen den Eheleuten gebaut hat.

Holz und Glas: Stefan Link in Kallmünz

Dieses Grabmal fällt durch eine etwas ungewöhnliche Materialkombination auf. Bestehen Grabmale üblicherweise aus Stein, so hat sich der Bildhauer Stefan Link hier für eine Kombination aus Holz und Glas entschieden. Das Grabmal besteht aus zwei massiven Blöcken aus Eiche, die durch Glasplatten miteinander verbunden sind. Durch diese kann das Licht hindurch scheinen. Die Blöcke aus Eiche symbolisieren den Menschen und seinen Tod, die lichtdurchfluteten Glasplatten hingegen stehen für die Hoffnung auf ein Weiterleben im Licht.

Blick zum Himmel: Stilvolle Grabsteine in Weimar

Einen ungewöhnlichen Blickfang hat das Haus Stilvolle Grabsteine aus Weimar geschaffen. Auf einem Dresdner Elbsandstein in einem warmen, goldenen Ton sitzt eine Bronzefigur, die ihren Blick sehnsuchtsvoll gen Himmel gerichtet hat. Die „Claire – Grabmal mit Sternenguckerin“ bezeichnete Skulptur besticht durch diese Kontraste der glatten Metallfigur und des grob behauenen Sandsteins. Die Pose der Sternenguckerin kann der Betrachter dabei als Sehnsucht nach dem Himmel oder als Sehnsucht nach der verstorbenen Person, deren Seele im Himmel ist, interpretieren.

Der Lebensweg:Johannes Twielemeier in Aachen

Jeder Mensch geht seinen eigenen Lebensweg, aber dieser kann immer als Kontinuum dar gestellt werden. Diese Idee griff der Steinmetz und Steinbildhauer Johannes Twielemeier aus Aachen auf und gestaltete einen liegenden Grabstein aus belgischem Kalkstein. Der quadratische graue Stein trägt eine plastische erhabene Spirale, die aus dem Stein heraus gearbeitet wurde, nur am Rand wurde sie plan angeschliffen und eine Inschrift angebracht. Die Formen spielen miteinander: Das Quadrat symbolisiert die Begrenztheit der irdischen Welt, die Spirale überwindet diese Grenzen und bewegt sich hin zu neuen Sphären.

Wünsche der Hinterbliebenen: SteinBildhauerei Gräf, Sprockhövel

Der Steinbildhauermeister Henner Gräf aus Sprockhövel demonstriert mit seinem Werk „Der Ursprung des Lebens – Die Reise“, dass es möglich ist, die Wünsche mehrerer Hinterbliebener in einem Grabmal zu vereinen. Sieben Familienmitglieder haben ihre Wünsche und Vorstellungen vorgetragen, daher hat das Grabmal auch keinen einheitlichen Namen. Das Grabmal besteht aus unterschiedlichen Steinsorten, die Grundform ist in der Form eines Bootes gestaltet. In dem Boot befindet sich ein heller Steinkern, der sich auf den Familiennamen bezieht und zugleich ein Samenkorn darstellen soll. In einer Aushöhlung kann sich Wasser, das Elixier des Lebens, sammeln, und zwei Bohrungen im Stein stehen für die beiden Ehegatten.

Brücke zum Internet: Steinart in Köln

Ganz auf moderne Zeiten eingestellt ist das Grabmal des Steinmetzmeisters und Steinbildhauers Andreas Rosenkranz aus Köln. Sein Grabmal mit dem Namen „Come together“ ist auf die Zukunft und moderne Medien ausgerichtet. Es besteht aus zwei Stelen aus schwarzem Granit, in die mit hellerem Carrera-Marmor ein sogenanntes ,,QR-Code-Puzzle“ in Kreuzform eingelassen ist. Dieser Code kann mit einem modernen Smartphone gelesen werden, welches dann die Verbindung zu einer aktuellen Gedenkseite des Verstorbenen herstellt. So kann der Besucher sofort vor Ort nähere Informationen zu dem Verstorbenen erhalten.

Bunte Steinbilder: Steinbildhauerei Prosenc in Castrop-Rauxel

Das Grabmal wurde für einen passionierten Liebhaber der Natur erschaffen. Der Steinbildhauer Denis Prosenc verwendete dazu einen grauen nordischen Granit namens Halmstad, dessen Oberfläche deutliche Spuren der Bearbeitung oft in Blumenform zeigt – die Spuren des Lebens. Einige der Wiesenblüten wurden danach sehr farbig ausgestaltet. Diese für einen Grabstein ungewöhnliche Farbigkeit soll die Bedeutung aufgreifen, die die Naturverbundenheit für den Verstorbenen zu seinen Lebzeiten hatte.

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