Die 10 faszinierendsten Grabstätten der Welt

Die Menschheit hatte schon in ihren Anfängen das Bestreben, ihre Toten angemessen zu beerdigen. Im Lauf der Zeit entwickelten sich immer ausgefallenere und prächtigere Grabstätten und Bestattungssitten, so dass es in der Welt eine Anzahl an besonders beeindruckenden Grabstätten gibt, die auch nach Jahrtausenden noch ihre Wirkung auf den Besucher nicht verfehlen.

Westminster Abbey

Die gotische Kirche Westminster Abbey in London wurde im 10ten Jahrhundert von Benediktinermönchen gebaut, und im 13ten Jahrhundert von König Heinrich III umgebaut. Ursprünglich war die Kirche als Bestattungsstätte für die Monarchen vorgesehen, auch Aristokraten und ausgewählte Kleriker wurden dort bestattet. Im Lauf der Zeit wurden aber auch bedeutende Künstler und Wissenschaftler dort beigesetzt, wie Charles David und Sir Isaac Newton oder die Schriftsteller Charles Dickens, Thomas Hardy, Geoffrey Chaucer und Alfred Tennyson.

In früheren Zeiten wurden die Verstorbenen in großen Grabmälern oder Sarkophagen in der Westminster Abbey beigesetzt, später in Grüften, die in den Boden eingelassen wurden. Aufgrund des Platzmangels dürfen in der Abtei heute nur noch Urnenbestattungen vorgenommen werden, Sargbestattungen sind nicht mehr möglich.

Die Pyramiden von Gizeh

Nicht umsonst zählten schon in früheren Zeiten die Pyramiden von Gizeh in der Nähe von Kairo zu den sieben Weltwundern der Antike. In Ägypten gibt es über hundert Pyramiden, aber die beeindruckendsten sind sicher die von Gizeh. Sie gehören zu den ältesten Bauwerken der Menschheit und zählen mittlerweile zum Weltkulturerbe; und sie sind seit jeher das Ziel vieler Besucher.

Zu dem Komplex gehört die berühmte Cheops-Pyramide, die die höchste Pyramide der Welt ist und schon für die Forscher der Antike ein Rätsel war. Fertig gestellt wurde sie im Jahre 2560 vor Christus. Die Höhe betrug 147 Meter, die Kantenlängen 231 Meter. Die Quader für die Außenhülle wiegen im Durchschnitt 2,5 Tonnen, die Granitquader in den Grabkammern bis zu 80 Tonnen. Begleitet wird sie von den Pyramiden des Chephren und des Mykerinos sowie von drei kleineren Königinnenpyramiden und der Sphinx.

Newgrange

Newgrange liegt in Irland in der Grafschaft Meath und ist ein Hügelgrab aus der Jungsteinzeit. Es wurde um das Jahr 3200 vor Christus angelegt und ist damit älter als Stonehenge oder die ägyptischen Pyramiden. Es bedeckt die Fläche von mehr als einem Morgen (4500 Quadratmeter). Es ist ein Hügelgrab, welches aus mehreren Schichten von Erde und Steinen besteht. Es ist oben mit Gras bewachsen, die rekonstruierte Fassade enthält in Abständen weißen Quarzstein und runde Katzenköpfe.

Der Durchmesser des Grabes beträgt etwa 76 Meter, und es ist etwa 12 Meter hoch. Im Inneren gibt es einen 22 Meter langen Gang, der in einer kreuzförmigen Grabkammer endet. Deren Höhe beträgt ca. sieben Meter, und sie ist nach mehr als 5.000 Jahren immer noch wasserdicht. Zudem finden sich dort verzierte Steinblöcke, die wohl als Altar gedient haben.

Die Katakomben von Paris

Die Katakomben von Paris sind ein Netz von unterirdischen Tunneln, die bis zum Anfang des 19ten Jahrhunderts zur Lagerung von Gebeinen genutzt wurden. Ursprünglich wurden die Katakomben als Steinbrüche genutzt, die das Material für die Bauten in Paris lieferten. Die Steinbrüche reichten bis in eine Tiefe von 35 Metern. Ab dem Jahr 1785 wurden die Katakomben dann dazu genutzt, die Gebeine aus Friedhöfen auf zu nehmen, die aus hygienischen und aus Platzgründen geschlossen werden mussten.

Das 300 Kilometer lange Netz an Stollen und Tunneln, in denen die Gebeine von sechs Millionen Pariser Bürgern lagern, ist zur Besichtigung nur in einem kleinen Bereich frei gegeben. Man kann eine Strecke von an die zwei Kilometer durch wandern, der Rest ist offiziell nicht zugänglich. Ein Teil der Stollen wird zur Verlegung von Versorgungsleitungen genutzt, in einem Teil lagert die Banque de France den Goldschatz der französischen Nationalbank.

Tana Toraja

Die Toraja sind eine Bevölkerungsgruppe in Indonesien, die wohl die ausgiebigsten Beerdigungsrituale der Welt hat. Sie verstehen den Tod nicht als punktuelles Ereignis, sondern als Prozess, bei dem die Seele den Körper zwar verlässt, aber noch etliche Zeit benötigen kann, bis sie endgültig weiter zieht.

Daher wird der Tote erst einmal einbalsamiert und an einem geheimen Ort aufbewahrt, ehe er (unterUmständen erst nach Jahren) in einem aufwändigen Fest beigesetzt wird. Die Toten werden dabei in Felsengräbern bestattet und mit zum Teil aufwändigen Grabbeigaben versehen. Vor den Gräbern werden auf Balkonen Holzpuppen aufgestellt, die dem Verstorbenen ähneln sollen und ihn repräsentieren.

Kapuzinergruft in Palermo

Die Kapuzinergruft befindet sich unter dem Kapuzinerkloster in Palermo und ist eine der bekanntesten Grüfte für Mumien. Das im 16ten Jahrhundert gegründete Kloster begann im 17ten Jahrhundert, seine Gruftanlagen zu erweitern, Als man die Mönche aus der alten in die neue Gruft überführen wollte, stellte sich heraus, dass sie nicht skelettiert waren, sondern sich natürlich in Trockenmumien verwandelt hatten.

Die Mönche stellten die Mumien in Gängen aus, um die Lebenden an ihre Sterblichkeit zu erinnern. Sehr bald wollten auch die Bürger der Stadt dort bestattet werden, so dass es zu einer Ausstellung der Mumien in fünf verschiedenen Korridoren kam: der der Männer, der Frauen, der Ärzte, Rechtsanwälte etc., der Priester und der Mönche. Die Mumien waren in ihrer Alltagskleidung aufgestellt, und die Angehörigen hatten sogar die Möglichkeit, sie regelmäßig neu ein zu kleiden. Insgesamt beherbergen die Katakomben 8.000 Mumien, etliche davon kann man heute noch besichtigen.

Mausoleum Qin Shihuangdis

Erst im Jahr 1974 entdeckten chinesische Bauern, die einen Brunnen bohren wollten, per Zufall eine der größten Grabanlagen der Welt, die des Kaisers Qin Shihuangdis. Die beeindruckende Anlage ist erst zu einem Viertel freigelegt, die Ausgrabungen sind nach wie vor im Gange. Die Grabanlage misst an den Außenmauern an den Längsseiten 2.000 Meter und an den Breitseiten 900 Meter. Im Innern ist die Anlage in das Mausoleum, verschiedene Nebengräber sowie etliche große Gräben eingeteilt, die die Grabbeigaben enthalten.

Das Beeindruckende an der Grabstelle ist sicher die Terrakotta-Armee, die dem Kaiser beigegeben wurde. Es handelt sich um etwa 8.000 Soldaten in Lebensgröße, samt Pferden und Waffen, die den Kaiser ins Jenseits begleiten sollten. Dabei ist jede der zum Teil bunt bemalten Figuren sehr lebensecht gestaltet, und keine ähnelt in Bezug auf die Gesichtszüge oder die Posen der anderen.

Tal der Könige

Die Ägypter können nicht nur mit den Pyramiden von Gizeh aufwarten, sondern auch das Tal der Könige ist eine der gewaltigsten und bedeutendsten Begräbnisstätten der Welt. Dort befindet sich das Grab von Tutanchamun, welches im Jahr 1922 vom englischen Archäologen Howard Carter entdeckt wurde und das einzige ist, welches nicht völlig ausgeplündert wurde.

Berühmt wurde das Grab zudem durch den sogenannten Fluch des Pharao, da in recht kurzer Zeit nach den Ausgrabungen etliche Mitglieder des Teams verstarben. Neuere Erklärungen zeigen völlig naturwissenschaftliche Erklärungen für die Todesfälle, aber die Legende hält sich hartnäckig.

Capela dos Ossos in Evora

Die Stadt Evora in Portugal hat als eine ihrer Attraktionen die Capela dos Ossos, eine Kapelle, die mit eingemauerten Skeletten und Knochen dekoriert ist. Die Kapelle wurde im 16ten Jahrhundert von einem Franziskanermönch erbaut, der die Besucher durch die Art der Präsentation der Gebeine an ihre Sterblichkeit erinnern wollte.

In die Wände sind Totenschädel und Knochen eingelassen, außerdem sind die Wände mit weiteren Skeletten dekoriert. Die Decke besteht aus weißen Ziegeln, die mit Todesmotiven bemalt sind. Man schätzt, dass die Gebeine von etwa 5.000 Mönchen in die Kapelle integriert sind.

Beinhaus von Douaumonat

Das Beinhaus ist ein Zeugnis einer dunklen Stunde in den Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland. Es befindet sich an der Verdun-Gedenkstätte, die an die Toten der Schlacht um Verdun, die auch die Hölle von Verdun genannt wird, erinnern soll. Die Schlacht um die Stadt tobte mehrere Monate und kostete viele Menschenleben, ohne dass sie für eine der Seiten ein militärischer Erfolg gewesen wäre.

Das Beinhaus beherbergt die Gebeine von 130.000 unbekannten französischen und deutschen Soldaten, die in der Schlacht gefallen sind. Sein Äußeres soll an ein Schwert erinnern, welches bis zum Heft in die Erde gerammt wurde. Die Knochenkammern können durch kleine Fenster von außen betrachtet werden.

Das könnte Dich auch interessieren:

Trauerphasen

Trauer » Die 10 faszinierendsten Grabstätten der Welt